15.03.2019 News

VCI: Aufschub muss zu einer Lösung führen

Das britische Unterhaus hat mehrheitlich dafür gestimmt, den Brexit über den offiziellen Termin hinaus zu verschieben. Damit könne ein zusätzliches Zeitfenster geöffnet werden, um in der „Overtime“ eine Lösung für ein geregeltes Abkommen zu finden, erklärte der Verband der Chemischen Industrie (VCI).

„Einen Aufschub über den 29. März hinaus sollten die EU-Mitgliedstaaten gewähren, wenn damit ein harter Brexit verhindert werden kann. Das geordnete Ausscheiden von Großbritannien aus der EU muss weiterhin das Ziel aller politischen Bemühungen sein, weil die Folgen eines ‚No-Deal‘ für die Unternehmen trotz aller Vorbereitungen unkalkulierbar sind“, betonte der Hauptgeschäftsführer des VCI, Utz Tillmann. Ein gemeinsamer Vertrag zwischen Brüssel und London schaffe nicht nur Planungssicherheit für die Wirtschaft, sondern gewährleiste auch eine rechtssichere Europawahl.

Trotz aller Vorkehrungen der Unternehmen für einen chaotischen Brexit ist die Verunsicherung, so Tillmann, auch in Deutschlands drittgrößter Branche nach wie vor groß, was auf sie zukommt. „Daher erwarten wir angemessene Übergangslösungen im Falle des Worst-Case. Die Chemie- und Pharmaindustrie sowie ihre Kunden wären von einem unkontrollierten Brexit besonders betroffen. Bei einem Zusammenbrechen der Lieferketten würde der Schaden weit über unsere Branche hinausreichen."

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2018 rund 204 Milliarden Euro um und beschäftigte 462.000 Mitarbeiter.

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