28.01.2019 News

Ungeordneter Brexit darf keine Option sein

Vor der erneuten Abstimmung im britischen Unterhaus zum weiteren Vorgehen beim Brexit appelliert der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, an die britische Politik, den Stillstand zu beenden: „Die Abgeordneten sollten sich jetzt in erster Linie darauf konzentrieren, einen ungeordneten Brexit zu verhindern. Die Option einer Fristverlängerung kann nur Teil der Lösung sein, wenn damit ein klarer Fahrplan verbunden ist, wie sich der Worst Case verhindern lässt.“ Tillmann erhofft sich von den britischen Abgeordneten im Unterhaus mehrheitsfähige Lösungsvorschläge: „Um Schaden von Großbritannien und der EU abzuwenden, sollte sich die EU dann verhandlungsbereit zeigen, ohne den Binnenmarkt mit seinen vier Grundfreiheiten aufs Spiel zu setzen.“

Chemie und Pharma brauchen spezielle Übergangslösungen

Angesichts der unklaren Lage müssten sich beide Seiten, so Tillmann, mit Hochdruck auf den Ernstfall eines ungeordneten Brexit vorbereiten: „Die Chemie- und Pharmaindustrie sowie ihre Kunden sind von einem harten Brexit besonders betroffen. Bei einem Zusammenbrechen der Lieferketten reicht der Schaden aber weit über unsere Branche hinaus.“ Daher seien spezielle Übergangslösungen unverzichtbar, damit etwa die Arzneimittelversorgung in Großbritannien gesichert bleibt und der Handel mit Chemikalien nicht unterbrochen wird.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2018 über 204 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 462.000 Mitarbeiter.

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