03.04.2019 News

Rhein und Co. besser schiffbar machen

Die Binnenschifffahrt ist mit etwa 10 Prozent des Transportvolumens ein wichtiger Verkehrsweg für die drittgrößte Branche in Deutschland. Deshalb appelliert der Verband der Chemischen Industrie (VCI) an die ab Donnerstag tagende Verkehrsministerkonferenz (VMK), „auf volle Kraft voraus zu schalten“, um die Leistungsfähigkeit der Binnenwasserstraßen zu erhöhen. Das gelte besonders für die sogenannte Abladeoptimierung des Mittel- und Niederrheins. Diese Maßnahme ist zwar im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen, die Bundesregierung muss aus Sicht des VCI aber alles daransetzen, um sie innerhalb weniger Jahre umzusetzen. „Unsere Branche kann nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag warten; der schlechte Zustand der Infrastruktur und Niedrigwasser machen sich schon heute akut bemerkbar“, macht Frank Andreesen, Vorsitzender des VCI-Fachausschusses Verkehr, deutlich.

Nach Auffassung des VCI darf das Thema Schiffsverkehr bei der VMK nicht unter „ferner liefen“ behandelt werden, denn die Binnenschifffahrt ist von hoher wirt­schaftlicher Bedeutung. Dabei ist es um die Leistungsfähigkeit der Binnenwasser­straßen schlecht bestellt. So sind beispielsweise die Schleusen in die Jahre ge­kommen: Rund 30 Prozent dieser Wasserbauwerke müssen zügig saniert oder ausgebaut werden. „Die Staus und langen Wartezeiten an den Kanalschleusen gefährden die Versorgungssicherheit der Industrie. Darüber hinaus gefährden immer länger andauernde Niedrigwasserperioden die Produktion. Denn die großen Mengen, die im Warenein- und ausgang auf dem Binnenschiff befördert werden, lassen sich nicht einfach auf die Schiene oder Straße verlagern“, sagt Andreesen.

Auch mit Blick auf die deutschen und europäischen Klimaschutzziele müsse die Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Binnenwasserwege erheblich besser werden, mahnt der Chemieverband und verweist darauf, dass die Branche noch stärker als bisher das Binnenschiff für ihre Transporte einsetzen möchte. Daher schlägt der VCI unter anderem vor, zusätzliche moderne Umschlagpunkte für den Kombinierten Verkehr zu schaffen und die Durchfahrtshöhe für Schiffe unter den Brücken in den Kanälen zu erhöhen und so einen doppellagigen Container­transport zu ermöglichen. „Positive Effekte erwarten wir auch von einer zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung – angefangen vom papierlosen Transportdokument bis hin zur Nutzung digitaler Daten in der gesamten logistischen Transportkette“, betont der Vorsitzende des VCI-Fachausschusses Verkehr.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2018 rund 204 Milliarden Euro um und beschäftigte 462.000 Mitarbeiter.

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