VCI Nordost //
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Eine starke Chemie- und Pharmaindustrie sichert Wertschöpfung und Wohlstand in Berlin
Zehn Forderungen der Berliner Wirtschaft an die nächste Koalition – Chemie- und Pharmaindustrie setzt Schwerpunkte bei Energiepreisen, Versorgungs- und Investitionssicherheit
Was muss die nächste Berliner Landesregierung tun, damit Unternehmen wieder mehr investieren und neue Arbeitsplätze entstehen? Der „Runde Tisch der Berliner Wirtschaft“ hat dazu zehn Forderungen für die anstehenden Koalitionsverhandlungen formuliert. An dem Zehn-Punkte-Papier war auch der Verband der Chemischen Industrie Nordost (VCI Nordost) beteiligt und insbesondere die Anforderungen der chemisch-pharmazeutischen Industrie herausstellt.
„Berlin ist zu Recht stolz auf seine Start-ups und seine Spitzenforschung. Aber Forschung allein schafft noch keine industrielle Wertschöpfung. Wir müssen neue Technologien auch in Berlin produzieren und bestehenden Unternehmen Wachstum ermöglichen. Sonst entstehen Arbeitsplätze und Wertschöpfung anderswo“, sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost.
Berlin gehört zu den führenden Pharma- und Biotechnologiestandorten Deutschlands; Pharma ist die wichtigste Industriebranche in der Hauptstadt. 56 Chemie- und Pharmaunternehmen sowie rund 280 Biotechnologieunternehmen prägen den Standort. Rund 10.000 Menschen arbeiten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Berlin. Die Unternehmen entwickeln und produzieren Arzneimittel, investieren in Forschung und neue Technologien und leisten einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung.
Wettbewerbsfähige Energiepreise und mehr Industrieflächen
Der VCI Nordost fordert wettbewerbsfähige Energiepreise und eine verlässliche Energieversorgung. Bei der Umstellung des Berliner Gasnetzes muss zudem die industrielle Produktion gesichert bleiben, solange es an geeigneten und wirtschaftlich tragfähigen Alternativen fehlt.
„Wer neue Industriearbeitsplätze in Berlin will, muss auch Platz für Produktion schaffen. Unsere Unternehmen brauchen Flächen, bezahlbare Energie und Planungssicherheit. Ohne diese Voraussetzungen werden Investitionen an anderen Standorten stattfinden“, betont Nora Schmidt-Kesseler.
Auch bei Ausfällen oder Störungen kritischer Infrastruktur muss die Arzneimittelproduktion möglichst aufrechterhalten werden können. Deshalb gehört die Berliner Pharmaindustrie ausdrücklich in die gesamtstädtische Resilienzstrategie.
Ausbildungsplatzumlage abschaffen, Investitionen sichern
Statt einer Ausbildungsplatzumlage braucht Berlin bessere Berufsorientierung, mehr Praxisphasen und MINT-Angebote an Schulen.
„Eine Ausbildungsplatzumlage schafft keine zusätzlichen geeigneten Bewerber. Sie belastet Unternehmen mit mehr Bürokratie und höheren Kosten. Berlin muss die Ausbildungsreife verbessern, statt Betriebe zusätzlich zu belasten“, sagt die VCI-Nordost-Hauptgeschäftsführerin.
Verlässliche politische Rahmenbedingungen sind wesentliche Voraussetzungen für Investitionen und Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Berlin. Vergesellschaftungspläne werfen verfassungsrechtliche Fragen zum Umgang mit Eigentum und zu den Grenzen staatlicher Eingriffe auf. Bereits die Diskussion dieser Pläne belastet das Vertrauen der Wirtschaft in die Verlässlichkeit des Standorts und bremst Investitionen. Der VCI Nordost lehnt diese Pläne deshalb ebenso ab wie zusätzliche Steuern und Abgaben ab, die Investitionsspielräume einschränken und die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Industrie weiter schwächen.
Das vollständige Forderungspapier "10 Zusagen für Berlin: Was die nächste Koalition jetzt liefern muss"