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Transformation braucht weibliche Führung – gerade im Osten

Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin VCI-Nordost zum Internationalen Frauentag am 8. März: „Gleichstellung ist auch Industriepolitik."

Ostdeutschland steht vor einer der größten wirtschaftlichen Umbruchphasen seiner Geschichte. Energiekrise, demografischer Wandel, industrieller Umbau und Fachkräftemangel wirken gleichzeitig – und verlangen strategische Klarheit, Innovationskraft und entschlossene Führung.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2026 macht Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost, deutlich:

„Wer diese Transformationen erfolgreich bewältigen will, kann es sich nicht leisten, auf weibliche Führung zu verzichten. Wer 50 Prozent des Talentpools nicht systematisch in Führung bringt, schwächt die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Das ist auch eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft.“

Ostdeutschland als Vorreiter – historische Stärken nutzen

Ostdeutschland bringt besondere Voraussetzungen mit: Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist hier traditionell höher als im Bundesdurchschnitt. Auch in MINT-Berufen – also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – ist der Anteil überdurchschnittlich. Gesellschaftliche Rollenbilder sind historisch anders geprägt als in vielen westdeutschen Regionen.


Darin liegt eine strategische Chance: Ostdeutschland kann bundesweit zum Modell für moderne, diversitätsorientierte Industriepolitik werden.

Ein Blick in die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstreicht dieses Potenzial: Hier liegt der Frauenanteil bei rund 40 Prozent – im Bundesdurchschnitt der Chemiebranche sind es etwa 30 Prozent, in der gesamten deutschen Industrie lediglich rund 25 Prozent.
Ostdeutschland zeigt damit, was möglich ist, wenn strukturelle Voraussetzungen und gesellschaftliche Offenheit zusammenkommen.

Gerade die chemisch-pharmazeutische Industrie steht derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck – steigende Energiepreise, internationale Wettbewerbsverschiebungen und hohe Transformationsanforderungen prägen die Lage. In einer solchen historischen Ausnahmesituation entscheidet die Fähigkeit zur Innovation über Zukunftsfähigkeit. Diversität ist dabei kein weicher Faktor, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor.