VCI Nordost //
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„Die Chemie der Zukunft braucht die Industrie von heute“
VCI Nordost auf der Konferenz DER OSTEN:Wettbewerbsfähige Standorte als Grundlage für neue Technologien
Holz statt Erdöl, nachwachsende Rohstoffe als Ausgangsstoffe für Chemikalien: In Ostdeutschland entstehen neue Verfahren für die industrielle Produktion. Unternehmen investieren in Bioraffinerien, biobasierte Chemikalien und Batteriematerialien. Doch während neue Geschäftsfelder erschlossen werden, gerät die bestehende Chemieindustrie zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.
„Wir können nicht die Chemie der Zukunft gestalten und dabei die Industrie von heute verlieren. Neue Technologien und biobasierte Produktionsverfahren eröffnen große Chancen. Aber sie können den Verlust bestehender Chemieproduktion nicht von heute auf morgen ausgleichen“, sagte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost, bei der Konferenz DER OSTEN in Berlin.
Auf dem Panel „Wie viel Industrie kann Ostdeutschland sich noch leisten zu verlieren?“ diskutierte Nora Schmidt-Kesseler mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, SKW-Geschäftsführer Carsten Franzke und dem Präsidenten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Prof. Reint E. Gropp.
Neue Technologien, neue industrielle Wertschöpfung
Wie sich die Chemieindustrie verändert, zeigen beispielsweise Investitionen in Sachsen-Anhalt: UPM produziert in Leuna biobasierte Chemikalien aus Holz, VERBIO entwickelt in Bitterfeld-Wolfen neue Verfahren auf Basis nachwachsender Rohstoffe. IBU-tec baut dort eine Produktion für Batteriematerialien auf.
„Neue Industrie entsteht nicht auf der grünen Wiese. Zwischen einer technologischen Idee und einer wettbewerbsfähigen industriellen Produktion liegen häufig viele Jahre und erhebliche Investitionen. Neue Produktion entsteht auch nicht automatisch dort, wo bestehende wegfällt“, betonte Nora Schmidt-Kesseler.
Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie beschäftigt rund 63.000 Menschen. Besonders die energieintensive Grundstoffchemie leidet unter hohen Energiepreisen und internationalem Wettbewerbsdruck. Unternehmen drosseln ihre Produktion, verschieben Investitionen oder geben Kapazitäten auf. Dabei bieten gerade die bestehenden Chemiestandorte wichtige Voraussetzungen für neue Ansiedlungen: Fachkräfte, Energieversorgung, Logistik, Zulieferer und technisches Wissen.
„Eine starke Wirtschaft schafft die Grundlage für Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dazu gehören sichere Arbeitsplätze, Perspektiven für junge Menschen und Unternehmen, die Verantwortung für ihre Region übernehmen. Ostdeutschland hat beste Voraussetzungen, auch künftig ein starker Industriestandort zu sein – mit wettbewerbsfähiger Chemieproduktion, neuen Technologien und zukunftssicheren Arbeitsplätzen“, sagte Nora Schmidt-Kesseler.