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Chemiekrise in Ostdeutschland: VCI Nordost fordert industriellen Neustart für wettbewerbsfähige Standorte

Auf der Regionalpolitischen Jahrestagung 2026 des BMWE in Halle warnt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost: Ohne wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sind Wohlstand, Arbeitsplätze und politische Stabilität in Ostdeutschland nicht zu sichern.

Seit 17 Quartalen arbeitet die Chemieindustrie in Ostdeutschland unterhalb der Rentabilitätsschwelle – das ist keine konjunkturelle Delle, sondern eine strukturelle Krise. Wie kann die chemisch-pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland trotz der Krisen stark bleiben und die Transformation gestalten?
Auf der Regionalpolitischen Jahrestagung 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Halle (Saale) hat Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des VCI Nordost über die Zukunft der Chemiebranche diskutiert.

Mit auf dem Panel „Transformation gemeinsam gestalten – Chemie, Region, Zukunft“ waren neben Carsten Franzke (Vorstandsmitglied VCI Nordost / SKW Stickstoffwerke Piesteritz) auch Dr. Beate Baron (BMWE), Prof. Dr. Ralf Wehrspohn (Forum Rathenau e.V.), Prof. Reint E. Gropp, (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle) und Stephanie Albrecht-Suliak (IGBCE Nordost).

Nora Schmidt-Kesseler machte auf der Regionalpolitischen Jahrestagung klar:

„Wir haben keine Krise der industriellen Leistungsfähigkeit, sondern eine Krise der politischen Rahmenbedingungen – denn diese sind nicht wettbewerbsfähig. Es ist extrem wichtig, dass wir die chemisch-pharmazeutische Industrie als systemrelevanten Baustein anerkennen und integrieren."

Hohe Energiepreise, überbordende Regulierung und Gängelei aus Brüssel sowie lange Genehmigungsverfahren sind politisch gemacht – und können politisch geändert werden.

„Deutschland braucht jetzt einen industriellen Neustart, sonst wandern Wertschöpfung, Know-how ab. Über unsere Zukunft wird jetzt entschieden."

Gleichzeitig betonte die VCI-Hauptgeschäftsführerin die Rolle der Branche als Schlüssel für Transformation und Stabilität – gerade im Osten.

„In Leuna beispielsweise ist mit der Bioraffinerie Nachhaltigkeit at its best zu sehen. Wir wollen auch in Zukunft wachsen, investieren und ausbauen. Ohne eine wettbewerbsfähige Chemie- und Pharmaindustrie sind Wohlstand, Arbeitsplätze und politische Stabilität in Ostdeutschland nicht zu sichern“, sagte Nora Schmidt-Kesseler.

Ohne Chemie- und Pharmaindustrie gibt es keine Energiewende, keine Wasserstoffwirtschaft und keine widerstandsfähigen Lieferketten.

Bei der „Regionalpolitische Jahrestagung 2026" kommen am 2. und 3. März 2026 rund 600 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften in Halle (Saale) zusammen, um über innovative Ansätze für eine zukunftsorientierte Regionalentwicklung zu beraten.

v. l. n. r.: Carsten Franzke, Stephanie Albrecht-Suliak und Nora Schmidt-Kesseler | Foto: Uwe Köhn
v. l. n. r.: Moderatorin Monika Jones, Prof. Reint E. Gropp, Dr. Beate Baron, Carsten Franzke, Stephanie Albrecht-Suliak, Nora Schmidt-Kesseler und Prof. Dr. Ralf Wehrspohn | Foto: Uwe Köhn