Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³

Am 29. Mai 2013 stellten VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley, Michael Vassiliadis, der Vorsitzende der IG BCE, und Margret Suckale, stellvertretende Vorsitzende des BAVC, vor der Presse in Frankfurt die Initiative Chemie3, die Leitlinien und den ersten Branchenbericht zur Nachhaltigkeit in der deutschen Chemie vor.

Als erste Branche in Deutschland hat die chemische Industrie im Schulterschluss von Wirtschaftsverband, Gewerkschaft und Arbeitgebern eine gemeinsame Initiative zur Nachhaltigkeit auf den Weg gebracht. Kernstück der Initiative sind die Leitlinien zur Nachhaltigkeit für die chemische Industrie in Deutschland. Als branchenspezifischer Rahmen geben sie den Unternehmen und Beschäftigten der chemischen Industrie Orientierung für ihr Handeln. Sie sind in einem intensiven internen Dialog und im Austausch mit Vertretern aus Gesellschaft und Politik, Wissenschaft und Wirtschaft entstanden.

Mit der Initiative Chemie3 übernimmt die Chemiebranche gemeinsam Verantwortung, vom Mitarbeiter bis zum Management, und leistet so ihren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. Anspruch der Initiative ist es, ökonomische, ökologische und soziale Anforderungen in Einklang zu bringen. Dieser Anspruch spiegelt sich auch im ersten Branchenbericht zur Nachhaltigkeit in der deutschen Chemie. Er gibt einen Überblick über die Herausforderungen und das Engagement der Branche für eine nachhaltige Entwicklung.

Zeitgleich zur Pressekonferenz fand auch der Launch der gemeinsamen Internetplattform www.chemiehoch3.de statt.

Responsible Care

Das internationale Programm Responsible Care − im Deutschen "Verantwortliches Handeln" genannt − ist eine weltweite Initiative der chemischen Industrie. Sie steht für den Willen, die Bedingungen für den Schutz von Gesundheit und Umwelt sowie für die Sicherheit von Mitarbeitern und Nachbarschaft ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Damit hat die Branche eine Vorreiterrolle innerhalb der Industrie.

In Deutschland ging Verantwortliches Handeln 1991 aus den Branchen-Leitlinien "Chemie und Umwelt" (1986) hervor. Heute beteiligen sich Mitarbeiter und Unternehmen der Chemie in 53 Ländern weltweit an Responsible Care.

Responsible Care steht im Einklang mit den Zielen der Agenda 21. Auf den Weltgipfeln in Rio (1992) und Johannesburg (2002) wurde die Initiative der chemischen Industrie ausdrücklich anerkannt. Die internationale chemische Industrie bekennt sich mit der Responsible-Care-Global-Charter zu dieser Initiative.

Hier gelangen Sie zur Website Initiative Responsible Care – Verantwortliches Handeln – der chemischen Industrie.

Preisverleihung im RC-Landeswettbewerb 2016

Passend zum 25-jährigen Jubiläum steht diesmal die ganze Bandbreite von Responsible Care im Rampenlicht. So lautet das Motto des Wettbewerbs „25 Jahre Responsible Care – Unser bestes Projekt“. Dabei stand erstmalig nicht ein Handlungsfeld im Fokus, sondern vorbildliche Ideen konnten in allen Handlungsfeldern eingereicht werden, die RC zu bieten hat: Umweltschutz, Anlagensicherheit und Gefahrenabwehr, Transportsicherheit, Dialog, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie Produktverantwortung. Gemeinsam ist den eingereichten Projekten, dass sie über die übliche Einhaltung der einschlägigen Vorschriften hinausgehen.

Im Rahmen der NORDOSTCHEMIE-Mitgliederversammlungen fand die Auszeichnung der beiden Sieger statt: BASF Schwarzheide GmbH und Dow Olefinverbund GmbH. 

Die Jury wählte das Dow-Projekt „Bürgerkontaktgruppe des Industriestandortes Böhlen-Lippendorf“ aus. Erstmals vor 20 Jahren hat das Unternehmen Bürger zum Austausch eingeladen. Seitdem ist dieses Dialogforum zu einer festen Institution geworden, dem sich auch weitere Betriebe am Standort angeschlossen haben. Der Gruppe gehören zurzeit rund 20 Bürger an, die sich mindestens viermal im Jahr mit Dow und den weiteren Unternehmen zusammensetzen. Die Bürgerkontaktgruppe von Dow ist vorbildlich gelebte nachhaltige Bürgerbeteiligung.

Die BASF trat mit dem Beitrag „Sicherungswimpel – STOPP nicht bedienen!“ an. Die scheinbar simple Idee stellt sicher, dass abgeschaltete Anlagen erst nach vollständiger Freigabe wieder in Betrieb genommen werden. Wo früher einheitliche Sicherungskarten hingen, flattern heute farbige Wimpel an den betreffenden Anlagen. Diese Idee hat die Jury beeindruckt, weil sie offensichtlich das Ergebnis aufmerksamer Mitarbeiter ist. Sie konnten ihre Verbesserungsvorschläge einbringen, verhandeln und umsetzen.