Stoffsicherheit


Die REACH-Verordnung

Mit dem Inkrafttreten von REACH im Jahr 2007 wurde die gesamte europäische Chemikalienpolitik neu geordnet und harmonisiert. Die Regelungen sind äußerst komplex und müssen von den nationalen Behörden und Unternehmen schrittweise bis 2020 umgesetzt werden. Die Verantwortung für die sichere Verwendung von Chemikalien liegt dabei stärker als zuvor bei den Unternehmen.

Die Abkürzung REACH steht für "Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals" (in Deutsch: Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien). Wichtiger Baustein ist außerdem die Kommunikation in den Lieferketten von den Produzenten und Importeuren der Chemikalien bis zu den Verarbeitern. Hier wurde das Hauptkommunikationsinstrument – das Sicherheitsdatenblatt – beibehalten und um Exposi-tionsszenarien erweitert. Insgesamt erfordert REACH deutlich mehr Abstimmung zwischen Herstellern und Stoffanwendern.

Die Verordnung soll ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt sicherstellen, den freien Verkehr von Stoffen als solchen, in Gemischen oder in Erzeugnissen gewährleisten und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit und Innovation verbessern.

Die Service-Plattform REACH und CLP ist die zentrale Anlaufstelle des VCI – gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen. Sie bietet hochwertige Informationen und Hilfestellungen zu den Themen REACH und CLP, die auf der fachlichen Arbeit des VCI und seiner Fachverbände basieren.

Hilfreicher Link:
https://www.vci.de/reach/startseite.jsp

Aktuelle Herausforderungen bei der REACH-Umsetzung im Überblick

Die komplexen Vorgaben der europäischen Chemikalienverordnung REACH müssen bis 2020 schrittweise von Unternehmen und Behörden umgesetzt werden. Das ist ein Lernprozess für alle Beteiligten, bei dem es jetzt darauf ankommt, die Prozesse in einem stabilen regulatorischen Umfeld zu vereinfachen. Lösungen für Probleme bei der REACH-Umsetzung müssen in einem fairen und transparenten Kommunikationsprozess zwischen Industrie und Behörden erarbeitet werden.

Während bisher mehr als 80 Prozent der Stoffregistrierungen von Großunternehmen eingereicht wurden, sind bis 2018 in den kleineren Mengenbändern mittelständische Unternehmen (KMU) besonders stark gefordert. Sie verfügen in der Regel nur begrenzt über interne Experten. Außerdem sind KMU auf Unterstützung durch Dienstleister und einfache übersichtliche Hilfen angewiesen, um Stoffregistrierungen erfolgreich durchführen zu können. Bisher sind nur wenige spezifische Hilfen verfügbar. Bei der Chemikalienagentur ECHA fehlen den KMU außerdem direkte Ansprechpartner.

Die Bewertungen eingereichter Registrierungsdossiers durch die ECHA laufen seit 2011. Stoffbewertungen finden seit 2012 statt. Damit verbunden sind Aktualisierungen von eingereichten Registrierungsdossiers, die die Unternehmen zusätzlich zur normalen Registrierungsarbeit bewerkstelligen müssen und die erhebliche Ressourcen beanspruchen. Unternehmen und Behörden sehen hier gleichermaßen Verbesserungsbedarf (u. a. direkte Ansprechpartner oder eine frühe Industriebeteiligung).

Das Zulassungsverfahren für Stoffe unter REACH kann für Unternehmen in Deutschland und Europa gravierende Nachteile gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern mit sich bringen. Bislang wurde das dreistufige Zulassungsverfahren erst für wenige Stoffverwendungen vollständig durchlaufen (1. Kandidatenliste, 2. Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe, 3. Zulassung und Zulassungsüberprüfung).

Die erste Zulassung wurde im August 2014 erteilt. Wichtige Stoffe wie Lösungsmittel wurden aber in die Kandidatenliste aufgenommen. Weitere Verfahren zur Aufnahme wichtiger Stoffe in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe wurden gestartet. Die Behörden haben inzwischen zugesagt, alternative Maßnahmen zum Risikomanagement zu prüfen, bevor Stoffe auf die Kandidatenliste aufgenommen werden. Dabei muss die Industrie frühzeitig eingebunden werden.

Registrierung 2018: Dossiers für 2018 frühzeitig vorbereiten!

REACH erlaubt den Chemieunternehmen weiterhin keine Pause. Die Betriebe arbeiten nun zügig an den Registrierungen der dritten Phase und müssen bis zum 31.05.2018 Spezial-chemikalien und kostensensible Stoffe mit jährlichen Herstellungs- und Importmengen von 1 bis 100 Tonnen bei der ECHA registrieren. In dieser REACH-Phase ist der Chemie-Mittel-stand besonders stark gefordert.

Umsetzung der CLP-Verordnung

Die neue CLP-Verordnung sieht erhebliche Änderungen bei den Kriterien, Testmethoden für physikalische Gefahren sowie Grenzwerten für die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen vor. Alle Stoffe sind bereits seit Dezember 2010 und Gemische sind bis spätestens zum 1. Juni 2015 auf Basis dieser neuen Kriterien einzustufen und zu kennzeichnen.

Zusätzlich mussten Hersteller und Importeure gefährliche Stoffe, die sie bereits in Verkehr bringen, bis Ende 2010 in ein zentrales Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis melden. Es gibt keine Mengenschwelle, so dass auch Kleinstmengen gemeldet werden mussten und auch künftig alle Kleinstmengen neuer Stoffe zu melden sind.

Außerdem wurden auch alle nach REACH-Verordnung registrierungspflichtigen Stoffe einbezogen. Die CLP-Verordnung führt neue Kennzeichnungselemente ein – mit der Folge, dass Unternehmen praktisch alle gefährlichen chemischen Produkte neu etikettieren und vorhandene Produktinformationen überprüfen müssen. Die hierfür eingesetzte Software muss entsprechend angepasst werden.

Außerdem müssen Etikettendrucker und Verpackungssysteme installiert werden, die den neuen Anforderungen entsprechen. Die Unternehmen arbeiten intensiv daran, diese umfangreichen, zeitaufwendigen und kostenintensiven Anforderungen durchzuführen.