14.12.2015 News

Weg für zeitgemäßen Neustart frei machen

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) ist vor der morgen beginnenden 10. WTO-Ministerkonferenz in Nairobi skeptisch, dass die Doha-Runde der WTO (Doha Development Agenda) zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden kann. VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann: „Aus langjähriger Erfahrung werden von der Konferenz in Nairobi keine entscheidenden Impulse für mehr freien Handel und wirtschaftliche Entwicklung ausgehen. Nach ehrlicher Bestandsaufnahme ist unsere Empfehlung: Die WTO-Mitglieder sollten den Mut finden, einen Schlussstrich unter die Doha-Runde zu ziehen.“

Tillmann betonte, dass die deutsche Chemie die WTO selbst als unverzichtbare Institution ansehe: „Wir wollen die WTO stärken. Dazu muss der Weg für einen zeitgemäßen, effektiveren Verhandlungsrahmen frei gemacht werden. Wir brauchen eine neue WTO-Agenda, die den heutigen Bedingungen im Welthandel Rechnung trägt. Themen wie globale Wertschöpfungsketten, Investitionen und die Stärkung von Innovationen müssen aufgenommen werden – im Sinne nachhaltigen Wachstums in der Welt."

Selbst wenn auf der Ministerkonferenz eine Einigung auf ein Mini-Paket aus Agrar- und Entwicklungsthemen gelingen sollte, wäre die WTO weit von ihren ursprünglichen Ambitionen entfernt, so die Bewertung des VCI. Signifikante Schritte für die Liberalisierung des Welthandels seien nicht erkennbar. Tillmann: „Das Jahr 2015 ohne Einigung auf ein effektives Arbeitsprogramm hat gezeigt, dass die Architektur der Doha-Entwicklungsrunde endgültig an ihre Grenze geraten ist."

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von mehr als 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2015 über 190 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 447.000 Mitarbeiter.