22.04.2016 News

Emissionshandel reduziert Treibhausgase bis 2050 um 87 Prozent – ganz ohne nationale Regelungen

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) weist anlässlich der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens durch Bundesumweltministerin Hendricks in New York darauf hin, dass energieintensive Branchen ihren Beitrag zum Klimaschutz bis 2050 unabhängig von nationalen Detailregelungen leisten.

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sagte: „Als deutsche Chemie unterstützen wir das Abkommen von Paris. Der Emissionshandel, dem auch unsere Branche unterliegt, ist ein wirksames Instrument, das rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen in Europa erfasst. Nach heutigen Regeln führt das System bis 2050 zu einer Treibhausgasminderung von 87 Prozent im Vergleich zu 2005.“ Die Industrie leiste somit über den Emissionshandel einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele. „Zusätzliche nationale Regelungen, wie sie der Klimaschutzplan 2050 vorsehen soll, sind für Branchen wie die Chemie nicht nötig,“ so Tillmann. Denn die stetig kleiner werdende Menge an CO2-Zertifikaten garantiere die Emissionsminderung der erfassten Branchen.

Tillmann betonte, dass es für den Klimaschutz entscheidend ist, global Treibhausgase zu reduzieren: „Wie die EU mit dem Emissionshandel müssen auch die anderen Regionen der Welt Lösungen entwickeln und diese umsetzen, um ihre Emissionen deutlich und messbar zu verringern. Nur so sind die Ziele von Paris erreichbar“, sagte Tillmann. Fortschritte erhofft er sich hierbei von der deutschen G20-Präsidentschaft im kommenden Jahr: „Deutschland sollte 2017 als Taktgeber der G20 die Chance nutzen, die internationalen Partner zu mehr Einsatz für den Klimaschutz zu gewinnen. Damit kann auch die europäische Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben.“

Die chemische Industrie in Deutschland engagiert sich seit vielen Jahren im Klimaschutz. Trotz steigender Produktion hat die Branche ihre Emissionen von Treibhausgasen seit 1990 fast halbiert (siehe Grafik). Weitere Beiträge zum Klimaschutz leistet sie mit ihren energiesparenden Produkten, die eine emissionsärmere Lebensweise ermöglichen.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von mehr als 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2015 rund 190 Milliarden Euro um und beschäftigte 447.000 Mitarbeiter.

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