07.09.2017 News

Einsparvorgaben müssen Raum für Wachstum lassen

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat heute mehrheitlich für eine erhebliche Verschärfung des europäischen Energieeinsparziels für 2030 gestimmt. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht darin ein falsches Signal für die weitere wirtschaftliche Erholung in Europa. VCI-Hauptgeschäftsführer Tillmann sagte: „Die neue Einsparvorgabe von 40 Prozent für 2030 kann abhängig von der konjunkturellen Entwicklung zu einer Wachstumsbremse werden. Branchen wie die Chemie nutzen Energie auch für die Herstellung von Produkten, die gerade in Zukunft benötigt werden, um in anderen Sektoren der Wirtschaft CO2-Emissionen einzusparen.“ Mit einer Verschärfung des Energieeinsparziels nähme die EU die Möglichkeit in Kauf, so Tillmann, dass diese Produkte in Zukunft nicht mehr in Europa hergestellt werden könnten.

Die Europäische Kommission hatte bereits eine Anhebung des Energieeffizienzzielsfür 2030 auf 30 Prozent (heute: 27 Prozent) vorgeschlagen. Tillmann hält dagegen, der europäische Emissionshandel garantiere, dass Branchen wie die Chemie ihre Klimaschutzziele sicher erreichten und damit auch Energie effizienter nutzten. Ein höheres Energieeinsparziel sei deshalb nicht nötig. „Gleichzeitig treibt jeder Prozentpunkt einer Verschärfung der Energieeinsparvorgaben die Kosten für die energieintensive Produktion in Europa in die Höhe und schadet so unserer Wettbewerbsfähigkeit“, betonte der Hauptgeschäftsführer des VCI. Tillmann forderte, dass Energieeffizienzvorgaben Raum für zukünftiges Wachstum erlauben müssten.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2016 rund 185 Milliarden Euro um und beschäftigte über 447.000 Mitarbeiter.

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