09.05.2017 Presse

Moderne Arbeitszeitgestaltung mit dem Potsdamer Modell Arbeitgeberverband Nordostchemie e.V. und die Gewerkschaft IG BCE schließen den Anpassungsprozess Ost/West ab

In der heutigen fünften Runde haben sich die Vertreterinnen und Vertreter des Arbeitgeberverbandes Nordostchemie und der Gewerkschaft IG BCE über ein neuartiges Arbeitszeitmodell verständigt.

Mit dem bereits vereinbarten Tarifvertrag über lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung (TV LephA) und den heute abgeschlossenen Manteltarifverhandlungen ist der Angleichungsprozess auf das West-Niveau für die rund 30.500 Beschäftigten der Ostchemie abgeschlossen. Diese Angleichung entspricht einem Gesamtvolumen von 2,5 Wochenstunden.

Leitgedanke war ein gemeinsames Verständnis über die spezifischen Rahmenbedingungen der Ostchemie. Insbesondere führt die demographische Entwicklung in Ostdeutschland zu einem signifikant stärkeren Rückgang bei den Erwerbstätigen, dem mit attraktiveren Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter wie für die Unternehmen begegnet werden soll.

Kern des neuen Manteltarifvertrages ist die Möglichkeit, Arbeitszeit betrieblich und individuell differenziert und unterschiedlich festzulegen. „Als Sozialpartner beschreiten wir damit konsequent weiter den Weg, den wir 2011 mit unserem TV LephA gemeinsam eingeschlagen und 2016 mit zusätzlichen Optionen weiter ausgestaltet haben“, sagt Thomas Naujoks, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber. „Unser neuer Tarifkorridor liefert den Rahmen für moderne arbeitnehmer- und arbeitgebergerechte Arbeitszeitmodelle. Damit schaffen wir die Flexibilität, die sich die Beschäftigten wünschen und die den Unternehmensanforderungen gerecht wird“, so Naujoks weiter.

Im Detail umfasst die bedarfsorientierte Arbeitszeitgestaltung Regelungen für die betriebliche Arbeitszeit und individuelle Wahlarbeitszeit. Abhängig vom benötigten Arbeitsvolumen kann die betriebliche Arbeitszeit innerhalb eines Korridors von 32 bis 40 Stunden festgelegt werden. Ergänzt wird das Modell von der individuellen Wahlarbeitszeit, die mindestens 32 Stunden beträgt. Sie schafft den Freiraum für persönliche Arbeitszeitgestaltung der Beschäftigten.

Für die Arbeitgeber ist es wichtig, den Chemiestandort Ostdeutschland langfristig für die Zukunft attraktiver zu machen, um sich im Wettbewerb um Fachkräfte und Investitionen behaupten zu können. Naujoks führt aus: „Mit dem Gesamtpaket aus TV LephA und dem Potsdamer Modell zur Arbeitszeitgestaltung steigern wir die Leistungsfähigkeit und stärken die notwendige Flexibilität. Auch wenn hierdurch die Arbeitskosten in den nächsten Jahren zusätzlich ansteigen, sind wir überzeugt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist, für unsere Beschäftigten und unsere Unternehmen.“

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