03.06.2016 Presse erstellt von Torsten Kiesner

Keine Einigung

Die Tarifverhandlungen für die Ostchemie sind auf den 14. Juni vertagt.

Berlin, 3. Juni – Bei den Tarifgesprächen für die rund 44.000 Beschäftigten der ostdeutschen Chemie gab es heute keine Einigung. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Michael Hartmann, betont, dass „sich der Spielraum für eine Entgelterhöhung an der Produktivitätssteigerung der Unternehmen plus einem zusätzlichen Inflationsausgleich orientieren müsse.“ Er kritisiert, dass die Gewerkschaft diesen Grundsatz außer Acht lasse.

Aus Sicht der Arbeitgeber bietet die aktuelle Wirtschaftslage keinen Anlass für Enthusiasmus. Seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Unternehmen kaum gewachsen, das wirtschaftliche Geschäft stagnierte. Dies alles hat negative Auswirkungen auf die Produktivität und die Attraktivität des Chemiestandortes Ostdeutschland. „Der Flächtentarifvertrag muss auch für unsere mittelständisch geprägte Branche tragbar sein“; mahnt Hartmann. Er gibt zu bedenken, dass sich die Realeinkommen der Beschäftigten aufgrund der seit langem anhaltenden Niedriginflation auch durch scheinbar moderate Lohnerhöhungen besonders positiv entwickelten.

Gesprächsbereitschaft bei der Ausbildung

„Das Ausbildungsengagement unserer Unternehmen ist sehr gut und hier werden sich die Arbeitgeber auch weiter stark engagieren“, erklärt Hartmann. Er weiß, dass die Herausforderungen des demographischen Wandels besonders im Osten ihre Wirkung entfalten werden. Bis zum Jahr 2030 fürchtet er, dass die Zahl der Erwerbspersonen um bis zu 30 Prozent sinken wird. Aus diesem Grund soll der Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ weiter ausgestaltet werden. Er wünscht sich, dass das Engagement gemeinsam weiterentwickelt würde.

Die Verhandlungen werden am 14. Juni 2016 in Hannover auf der Bundesebene fortgesetzt.